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Diese Rubrik bietet Ihnen eine zusammenfassende Darstellung der Firma Neumann sowie eine umfangreiche Übersicht über die Historie und die bisher auf den Markt gebrachten Produkte.

Falls Sie Berlin einmal besuchen wollen, finden Sie interessante Links mit Informationen zu einer hochinteressanten Metropole, die seit dem Fall der Mauer in einem ständigen Wandel begriffen ist.
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Georg Neumann – Ein Erfinder und sein Lebenswerk
Der Firmengründer Georg Neumann, über dessen Geschichte und Lebenswerk wir im folgenden berichten, wurde am 13. Oktober 1898 in Chorin, etwa 80 km nordöstlich von Berlin, geboren. Seine Ausbildung machte er bei der Firma Mix & Genest in Berlin. Später arbeitete er in einem Forschungslabor des AEG-Kabelwerkes Oberspree, das sich insbesondere mit dem Bau von Verstärkern beschäftigte. Der Leiter des Labors war Eugen Reisz. Wenig später gründete dieser eine eigene Firma und übernahm Georg Neumann als seinen Mitarbeiter.

Zu der damaligen Zeit waren für die Schallaufnahmen Kohle-Mikrofone üblich. Man kann sich diese Mikrofone vorstellen wie eine zum Teil mit Kohlegries gefüllte Schuhcremedose, deren eine Seite Schalleintrittsöffnungen aufweist, die mit einer feinen Gaze hinterlegt sind, um das Herausfallen der Kohlekörner zu verhindern. Die Qualität dieser Mikrofone war - aus heutiger Sicht betrachtet - miserabel. Spöttisch hat man das hier angewandte Wandlerprinzip auch den "kontrollierten Wackelkontakt" genannt.

Georg Neumann hat dieses Mikrofon untersucht, hat Kohlestaub auf eine Marmorplatte geschüttet, zwei Elektroden eingefügt, eine Gleichspannung angelegt und auf diese Anordnung gesprochen. Aus dem angeschlossenen Lautsprecher kam eine entsprechende Antwort, nach Georg Neumanns Schilderungen war sie sehr "dünn". Neumann spannte nun eine Gummimembran darüber, sprach wieder darauf, und plötzlich waren die tiefen Frequenzen da. Ein neues Mikrofon war geboren worden, das Reisz Mikrofon im Marmorblock. Über dieses Mikrofon ließ dann 1923 der erste deutsche Rundfunksender in Berlin auf Welle 400 m" aus dem Vox Haus am Potsdamer Platz seinen "ersten Schrei" erschallen.

Zwischen 50 Hz und 1 kHz war der Frequenzgang dieses Mikrofons linear; im Frequenzbereich bis 4 kHz war eine Überhöhung um 10 dB zu verzeichnen, die bei 10 kHz wieder um ca. 15 dB abfiel - immer noch weit entfernt von dem, was man heute von einem Studiomikrofon erwartet.

Neumann hatte sich noch nie mit Kompromissen zufrieden gegeben. Das Mikrofon an sich war zwar eine Sensation; mit der Idee jedoch, Mikrofone nach dem kapazitiven Wandlerprinzip serienmäßig zu produzieren, trennte er sich schon bald von Reisz, um am 23.11.1928 seine eigene Firma in Berlin zusammen mit Erich Rickmann zu gründen. Da die Herstellung eines Kondensatormikrofons bis dato lediglich im Laborato-rium möglich war, schien das Vorhaben einer industriellen Produktion eher utopisch.

Die Neumann-Flasche
Das CMV 3 war dann das erste Kondensatormikrofon, das in größeren Stückzahlen produziert werden konnte und dem Reisz-Mikrofon in vielerlei Hinsicht überlegen war. Es war nicht gerade klein, ca. 9 cm Durchmesser und etwa 40 cm hoch. Durch das Gewicht von fast 3 kg hatte ein Reporter auch echte körperliche Arbeit zu leisten. Unter dem Spitznamen ‚Neumann-Flasche' wurde es weltberühmt. Telefunken, ein Tochterunternehmen von AEG und Siemens, erhielt die Vertriebsrechte für dieses Mikrofon.

Während sich die ‚Neumann-Flasche' zwischen 1928 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs in den Studios zum Standard entwickelte und z.B. bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin bei zahlreichen Gelegenheiten zum Einsatz kam, blieb das äußere Erscheinungsbild so gut wie unverändert. Schon zu dieser Zeit gab es austauschbare Kapselköpfe mit unterschiedlichen Richtcharakteristiken.

CMV 3 (1928)
CMV 3 (1928)
Kapselköpfe für CMV 3
Kapselköpfe für CMV 3
Mehr als nur Mikrofone ...
Schon ab 1928 wandte sich Neumann auch anderen Bereichen der Studiotechnik, wie der Schallplattenherstellung, zu. Dieses Interesse an der Schallplattentechnik war auch der eigentliche Grund für die Trennung von Eugen Reisz. Der ausgesprochen begeisterungsfähige Georg Neumann hatte von Freunden aus England einen Auftrag erhalten, mit dem Reisz nicht einverstanden war: eine Schneidemaschine für Schallplatten zu entwickeln. Diese Maschine bildete die Grundlage für den zweiten Produktionszweig der Firma Neumann.

Die ersten Schallplattenschneidanlagen waren riemengetrieben. Der Schreiber wurde über eine Spindel vorwärts geschoben, die wiederum über ein Schneckengetriebe und ein weiteres Getriebe unten am Plattenteller angetrieben wurde. Die Parallelen zu Schallplatten-Abspielgeräten zeigen sich besonders deutlich, wenn man sich vor Augen hält, daß Neumann bereits 1930 den Übergang vom Riemenantrieb zum Direktantrieb vollzogen hatte - mittels eines Motors, der direkt an der Verlängerung der Spindel saß.

Im Verlauf der dreißiger und frühen vierziger Jahre entwickelte sich die Firma Neumann zu beachtlicher Größe. Ihre Vielseitigkeit führte zu immer neuen Entwicklungen, von elektroakustischen Meßgeräten über Kinogongs und Pausenzeichengeber (dies waren Signalquellen für Rundfunkanstalten, um ihre Senderidentifizierung auszustrahlen) bis hin zu Meßmikrofonen mit linearem Frequenzgang.

Eine weitere Entwicklung der Firma Neumann ist das sogenannte Pistonphon zur Eichung von Druck- und Standardmikrofonen. Dieses Pistonphon erzeugte mittels eines Kolbens, dessen Bewegung eine definierte Luftmenge beeinflußte, im Bereich zwischen 20 und 600 Hz einen optisch exakt kontrollierbaren Schalldruck. Die Amplitude des Kolbens wurde mittels eines Mikroskopes abgelesen, wodurch Mikrofone außergewöhnlich präzise kalibriert werden konnten.

Schallplattenschneid- anlage (30er Jahre)
Schallplattenschneid- anlage (30er Jahre)
Schallplattenschneid- anlage (30er Jahre)
Schallplattenschneid- anlage (30er Jahre)
Mikrofonprüffeld
Mikrofonprüffeld
Seine wichtigste Erfindung?
Aus dieser Zeit, als Georg Neumann seine Entwicklungsarbeit auf immer mehr Bereiche ausdehnte, stammt auch sein vielleicht wichtigster Beitrag zur modernen Elektrotechnik. Im Jahr 1947 entwickelte er ein Verfahren, durch das es möglich wurde, Nickel-Cadmium-Akkumulatoren ohne die Abscheidung großer Gasmengen herzustellen und absolut dicht zu verschließen. Diese Erfindung hatte nachhaltigen Einfluß auf die gesamte Elektronikwelt: Vom Blitzlichtgerät und Fotoapparat über Hörhilfen, Kassettenrecorder, Radios und Kameras konnte nun alles mit diesen winzigen Nickel-Cadmium-Akkus betrieben werden.

Eines der Nebenprodukte dieses Verfahrens waren Stabylitzellen mit einer Kathode, die hauptsächlich aus Cadmium und Cadmiumoxyd besteht, sowie einer Anode aus Nickel. Die Zellen hatten je nach Größe eine vergleichbare Kapazität von 100 bis 160.000 µF bei einer Frequenz von 50 Hz. Lange Jahre hindurch wurden sie von Neumann aufgrund ihrer herausragenden Siebwirkung zur Stabilisierung der Heizspannung von Kondensatormikrofonen eingesetzt, was insbesondere für direktgeheizte Röhren außerordentlich vorteilhaft war.

Stabylitzellen (1947)
Stabylitzellen (1947)
Mechanische Werkstatt (um 1930)
Mechanische Werkstatt (um 1930)


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