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Diese Rubrik bietet Ihnen eine zusammenfassende Darstellung der Firma Neumann sowie eine umfangreiche Übersicht über die Historie und die bisher auf den Markt gebrachten Produkte.

Falls Sie Berlin einmal besuchen wollen, finden Sie interessante Links mit Informationen zu einer hochinteressanten Metropole, die seit dem Fall der Mauer in einem ständigen Wandel begriffen ist.
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Von der Röhre zum Transistor
Bei den genannten Kleinmikrofonen der 50er und 60er Jahre handelte es sich natürlich ausschließlich um Röhrenmikrofone, was angesichts ihres geringen Durchmessers noch heute viele Benutzer erstaunt. Zum Einsatz kam meist die speziell für Mikrofone entwickelte Telefunkenröhre AC 701. Die zunächst letzte röhrenbetriebene Mikrofonschaltung von Neumann war 1960 die für das umschaltbare Großmembran-Mikrofon U 67 bestimmt. Es wurde zugleich ein weiterer Meilenstein; denn dieser Mikrofontyp lebt im U 87 A bis heute fort, das als eines der weltweit bekanntesten Studiomikrofone überhaupt bezeichnet werden kann.

In den 60er Jahren wurde die Röhre als Verstärker und Impedanzwandler zunehmend von Transistoren verdrängt. So auch - spätestens seit Markteinführung des Feldeffekt-Transistors - in den Schaltungen von Kondensatormikrofonen. Neumann brachte mit dem "KTM" 1965 sein erstes Mikrofon mit Transistorschaltung auf den Markt. Kurz darauf entwarf Neumann das Konzept der "Phantomspeisung" mit 48V. Jetzt brauchte nicht mehr jedes Mikrofon ein individuelles Netzgerät, sondern alle Mikrofoneingänge konnten zentral an 48V gelegt werden. Die speziellen, vieladrigen Mikrofonkabel entfielen zugunsten dreiadriger Standardkabel, und auch die zahlreichen unterschiedlichen Steckverbindungen wurden vereinheitlicht und sind inzwischen weltweit vom 3poligen XLR-Verbinder verdrängt worden.

Die Vielfalt der Mikrofontypen selbst aber stieg: Zunächst wurden die vorhandenen und bewährten Modelle der 60er-Serie (z.B. KM 63, 64, und 65, U 67) durch halbleiterbestückte Nachfolger ersetzt. Dies waren ab 1966 die Klein- und Großmembranmikrofone KM 83, 84, 85 und U 87 der Serie "fet 80" für 48V Phantomspeisung.

Zu dem fernsteuerbaren Stereomikrofon SM 69 fet gesellte sich das ortsumschaltbare USM 69 dazu, die Solistenmikrofone KMS 84 und KMS 85 wurden entwickelt, sowie als weiterer neuer Mikrofontyp die Richtrohre KMR 81 und KMR 82.

U 87 (1967)
U 87 (1967)
KM 84 (1966)
KM 84 (1966)
KMR 81/82 (1978/1983)
KMR 81/82 (1978/1983)
Künstliche Ohren lernen hören
Zur Internationalen Funkausstellung Berlin 1973 erblickte als Weltneuheit der "Kunstkopf" das Licht der Welt. Damit war das Aufnahmeverfahren der "kopfbezogenen" Stereophonie erfunden. Den ersten Kunstkopf KU 80 entwickelte Neumann in enger wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit dem in Berlin ansässigen "Heinrich-Hertz-Institut". Sein Zweck war die naturgetreue Aufnahme der Raumakustik mit der Möglichkeit, diese Aufnahmen anschließend Versuchspersonen über Kopfhörer wieder einzuspielen und einer objektiven Beurteilung zu unterziehen. Schnell war aber erkannt, daß dieses dreidimensionale Hörerlebnis sehr aufregende Rundfunkproduktionen ermöglicht, und der Kunstkopf etablierte sich als ein weiteres Stereomikrofon neben den "klassischen" oben genannten Typen für das sogenannte Koinzidenzverfahren. Bald kamen der verbesserte Kunstkopf KU 81 auf den Markt sowie 1992 der KU 100 als dritte Generation.

KU 80 (1973)
KU 80 (1973)
KU 100 (1992)
KU 100 (1992)
Halbleiter für Studiomischpulte
Obwohl die Entwicklungen Neumanns meist in engem Zusammenhang mit Fortschritten im Bereich der Kondensatormikrofon-Technologie stehen, zählen nicht nur Schallplattenschreiber weiterhin zur Produktpalette, sondern auch der Mikrofon-Technologie enger verwandte Geräte wie komplette Studiomischpulte.

In den ersten Jahren der Halbleiterentwicklung wurde die Welt von winzigen "6-Transistor-Radios" überschwemmt. Jeder hatte seins und überall rauschte und zischte es den Menschen Musik und Informationen ins Ohr. Von Qualität war noch nicht viel zu sehen oder zu hören. Das lag aber weniger am Halbleiter als an der damaligen Applikation dieses interessanten Bauelements.

Neumann hatte während seiner ganzen Firmengeschichte versucht, das physikalisch Mögliche in Geräten für die Studiotechnik zu realisieren. Warum sollte es nicht möglich sein, auch mit Transistoren studiotaugliche Verstärker herzustellen? Der Entwicklungsauftrag wurde erteilt und es entstand zunächst ein 34 dB-Verstärker mit der Bezeichnung TV, der ausgezeichnete Werte aufwies. Er sollte das Kernstück einer Reihe von Studiogeräten werden und beispielsweise einen Entzerrer TEV aktivieren, ebenso den Kanalregler TRV. Die einzelnen Komponenten entstanden Anfang der 60er Jahre. Zur Funkausstellung 1963 in Berlin stellte Neumann dann sein erstes ausschließlich mit Halbleitern bestücktes Mischpult vor. Es hatte 10 Eingangskanäle, vier Gruppen und zwei Ausgangskanäle. Es entsprach in seiner Auslegung dem "Großen Grundgerät nach AK 3" und erfüllte die Bedingungen des entsprechenden Pflichtenheftes. Alle Eingänge und Ausgänge waren symmetrisch und erdfrei, die Schaltung innerhalb des Pultes jedoch unsymmetrisch. Der maximale Ausgangspegel lag mit +6 dBm für heutige Verhältnisse sehr niedrig. Es standen zu jener Zeit eben nur Germanium-Transistoren zur Verfügung. Der Transistor hatte aber das Odium des nichtprofessionellen verloren. Ein Anfang war gemacht.

Mit der Entwicklung von Silizium-Transistoren war dann auch der Weg zu leistungsfähigeren Verstärkern frei. Neumann konstruierte entsprechende Geräte und begann mit dem Bau von Mischpulten, die in elektrischer und mechanischer Beziehung den konzeptionellen Wünschen der Kunden vollkommen entsprachen. Neumann wurde mit dieser Technik sehr erfolgreich und lieferte mehrere hundert individuell gefertigte Mischpulte an zahlreiche deutsche und europäische Rundfunk- und Fernsehanstalten, Film- und Schallplattenstudios sowie Theater, Opern- und Konzerthäuser.

Die Entwicklung ging weiter mit der Realisierung von rechnergesteuerten Schalteinrichtungen, so wurde z.B. der Hauptschaltraum des damaligen Rundfunksenders RIAS-BERLIN Ende der 1970er Jahre von Neumann mit einem rechnergesteuerten Koppelfeldsystem ausgerüstet. Weitere Zielsetzungen waren Regieeinrichtungen mit der Möglichkeit der Abspeicherung statischer Einstellungen, wie z.B. Einstellungen von Mikrofonverstärkern, Entzerrern, Reglern und Koppelfeldpunkten. Hierdurch wurden Rüstzeiten bemerkenswert verkürzt. Pulte dieser Art wurden von Neumann an das Schillertheater und das Theater des Westens ausgeliefert, beide in Berlin. Die erste Rundfunkanstalt für ein solches Pult war der Hessische Rundfunk.

Die weitere Automatisierung von Regieeinrichtung fand ihren vorläufigen Höhepunkt in der Serie N 7000, die völlig automatisierten Betrieb z.B. durch statische und dynamische Abspeicherung aller Werte und Timecode-gesteuerte Automatisierung von Motorreglern und VCA-Panpots bietet. Pulte dieser Art sind an die Berliner Philharmonie und mehrere Rundfunkanstalten sowie an die Medienzentrale der deutschen Bundeswehr geliefert worden.

Studiomischpult im Theater des Westens, Berlin
Studiomischpult im Theater des Westens, Berlin
Mischpult der Serie N 7000 in der Philharmonie, Berlin
Mischpult der Serie N 7000 in der Philharmonie, Berlin


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