Mikrofondaten verstehen

Mikrofondaten verstehen (6)

Was ist Impedanz?

Was ist Impedanz?

In Mikrofondatenblättern finden sich üblicherweise gleich zwei Impedanzangaben: Ausgangsimpedanz und Lastimpedanz. Aber was ist der Unterschied? Und was ist Impedanz überhaupt?

Ausgangsimpedanz

Wie den meisten wohl bekannt sein dürfte, handelt es sich bei elektrischen Audiosignalen um Wechselspannungen. Vereinfacht gesagt, handelt es sich bei Impedanz um einen elektrischen Widerstand, bezogen auf Wechselströme. Mikrofone haben typischerweise eine Ausgangsimpedanz von weniger als 200 Ohm. So niedrige Impedanzen erlauben sehr lange Kabelwege ohne Klangbeeinträchtigung. Das ist schon mal ein riesiger Fortschritt gegenüber elektrischen Gitarren, beispielsweise, die schon bei Kabellängen von 6 Metern hörbar Höhen einbüßen.

Lastimpedanz bzw. Abschlussimpedanz

Die Lastimpedanz ist eigentlich gar keine Eigenschaft des Mikrofons selbst, sondern es ist die Eingangsimpedanz des folgenden Geräts, in diesem Fall des Mikrofonvorverstärkers. Ist dessen Eingangsimpedanz eher niedrig, spricht der Techniker von einer „hohen Belastung“. Und zwar deshalb, weil die Ausgangsstufe härter arbeiten muss , um eine niedrige Eingangsimpedanz „anzutreiben“. Als Folge kann es zu Verzerrungen kommen, insbesondere bei höheren Signalpegeln. Um derartige Verzerrungen zu vermeiden, arbeitet man in der Studiotechnik vorzugsweise mit niedrigen Ausgangsimpedanzen und deutlich höheren Eingangsimpedanzen, die also eine geringe Belastung darstellen.

 

Für optimale Resultate sollte die Lastimpedanz mindestens das Fünffache der Ausgangsimpedanz betragen. Hat also das Mikrofon eine Ausgangsimpedanz von 200 Ohm, dann sollte die Eingangsimpedanz des Vorverstärkers mindestens 1.000 Ohm (1 Kiloohm) betragen. Und genau diesen Wert findet man in den meisten Mikrofondatenblättern als „Nennlastimpedanz“ oder „Abschlussimpedanz“. Dabei handelt es sich um die minimale Impedanz, für die der Hersteller alle übrigen Spezifikationen im Datenblatt garantiert.

 

Hat der Vorverstärker eine höhere Eingangsimpedanz, stellt das überhaupt kein Problem dar. Schließt man aber sein Mikrofon an einen Preamp an, dessen Eingangsimpedanz deutlich niedriger liegt, kann es zu Klangbeeinträchtigungen kommen. Beispielsweise Höhenverluste und/oder Bassverluste. Auch der Grenzschalldruckpegel kann durch eine niedrige Lastimpedanz deutlich sinken, d.h. es kommt bereits bei niedrigeren Lautstärken zu hörbaren Verzerrungen. Beschädigungen des Mikrofons sind durch eine „unzulässig“ niedrige Lastimpedanz jedoch nicht zu befürchten.

Fazit

Was gilt es nun in Sachen Impedanz zu beachten? Nicht viel! So gut wie jedes Studiomikrofon hat eine Ausgangsimpedanz von 200 Ohm oder weniger. Der genaue Wert mag Toningenieure im Bereich Klassik interessieren, die oft mit sehr langen Kabelstrecken arbeiten müssen. Aber im Homestudio ist er nicht von Belang. Auch hat so gut wie jeder Vorverstärker eine Eingangsimpedanz, die über der empfohlenen (minimalen) Lastimpedanz liegt. Auch hier stellt sich kein Problem!

 

Eine Ausnahme gibt es allerdings: Einige Preamps neuerer Bauart verfügen über einen Wahlschalter für variable Eingangsimpedanz. Sollte dein Vorverstärker über einen solchen Schalter verfügen, stelle einfach die maximale Eingangsimpedanz ein und vergiss diesen Schalter fortan.