Kompatibilität mit älteren M 50-Mikrofonen
Das M 50 V ist voll kompatibel mit der letzten historischen Variante M 50 c. (Siehe „Eine kurze Geschichte des M 50“ weiter unten).
Für eine optimale Bassdarstellung ist die untere Eckfrequenz der elektronischen Schaltung auf 12 Hz (–3 dB) eingestellt. Sie kann über einen internen Schalter S4 auf 30 Hz geändert werden, um tieffrequenten Störschall zu unterdrücken. Um Schäden zu vermeiden, sollten die internen Schalter nicht vom Anwender, sondern nur vom Neumann-Service bedient werden.
Eine kurze Geschichte des M 50
Das M 50 ist eine wahre Legende, die seit mehr als 70 Jahren den Klang unzähliger Aufnahmen geprägt hat. Dabei wirkt es bis heute nicht veraltet. Im Gegenteil, Verbesserungen in der Aufnahmetechnik haben die wahren Fähigkeiten und überragende Auflösung des Neumann M 50 immer besser zur Geltung gebracht.
Seine Entwicklung wurde vom Rundfunk initiiert. Die Idee war, alle bisherigen Mikrofone durch nur zwei zu ersetzen: das M 49 als Universalmikrofon mit fernsteuerbarer Richtcharakteristik und das M 50 als exquisites Druckempfängermikrofon für kritische Anwendungen in akustisch günstiger Umgebung. Die ersten Prototypen wurden beim Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) unter der Leitung von Dr. Herbert Großkopf entwickelt. Neumann produzierte die Mikrofone M 49 und M 50 von 1951 bis 1971.
Masterwork in Progress
Im Laufe seiner 20-jährigen Produktionszeit hat das M 50 eine Reihe von Änderungen erfahren.
- Die erste Version hatte die K 50-Kapsel mit einer goldbedampften PVC-Membran und verwendete eine von der Firma Hiller speziell für Mikrofonanwendungen entwickelte Röhre, die MSC2.
- Ab etwa 1954 verwendete das M 50 a die Kapsel K 53 mit einer Metallmembran aus Aluminium.
- Ab 1954/55 wurde die Hiller-Röhre durch eine rauschärmere Röhre von Telefunken, die AC701, ersetzt, die speziell für Mikrofone entwickelt und von Neumann freigegeben wurde.
- 1957 erschien das M 50 b mit einem neuen Ausgangsübertrager (BV11) und einigen Schaltungsänderungen. Dadurch wurden Verzerrungen reduziert und die Empfindlichkeit erhöht.
- Ab 1958 wurde eine verbesserte, besonders klingarme Version der Telefunken-Röhre eingebaut, die AC701k.
- Etwa zur gleichen Zeit wurde das Membranmaterial des K 53 von Aluminium auf Nickel umgestellt.
- 1964 erschien das M 50 c mit weiteren Schaltungsänderungen. Durch die Umstellung der Röhrenbetriebsart von "fixed bias" auf "self-bias" konnte das Rauschen erneut reduziert werden. Viele ältere M 50- und M 50 b-Mikrofone wurden später auf die Schaltungsvariante c umgerüstet.
- Ab 1965 wurde das M 50 c mit einer K 83 Kapsel mit goldbedampfter Polyestermembran hergestellt. Später, als keine K 53 Ersatzkapseln mehr verfügbar waren, wurde die K 83 auch für Reparaturen älterer M 50 Mikrofone verwendet.
Parallel dazu wurde ab 1961 eine spezielle Rundfunkversion hergestellt. Das M 250 verwendet anstelle des Bajonettanschlusses einen HF-dichten 7-poligen Tuchelstecker. Auch hier gibt es verschiedene Revisionen:
- Das M 250 (ohne Suffix) wurde nur von Oktober bis November 1961 produziert.
- Das M 250 b, eingeführt im November 1961, entspricht technisch dem M 50 b.
- Das M 250 c von 1964 an entspricht dem M 50 c.
Das M 50 V im Vergleich zu seinen Vorgängern
Das M 50 V verbindet die originalen Klangeigenschaften mit verbesserter Langzeit- und Temperaturstabilität.
Das M 50 V verwendet die gleiche Schaltung wie die letzte Revision, das M 50 c, die erhebliche Verbesserungen in Bezug auf Rauschverhalten und Dynamikumfang bot. Lediglich die nicht mehr erhältliche Telefunken-Röhre AC701k wurde durch eine noch rauschärmere Type ersetzt, ebenfalls im Subminiaturformat.
Anstelle der Kapsel K 83, die in den späteren M 50 b und c Mikrofonen zu finden war, kommt im M 50 V die K 33 Ti Kapsel zum Einsatz. Sie ist eine Rückkehr zum ursprünglichen akustischen Design mit einer hauchdünnen Metallmembran, die eine herausragende Impulstreue bietet. Im Vergleich zu den alten K 53 Kapseln bietet die K 33 Ti eine verbesserte Langzeit- und Temperaturstabilität, da die gesamte Kapsel, einschließlich der ultradünnen Membran, aus Titan gefertigt ist.
Da elektromagnetische Strahlungen in den vergangenen Jahrzehnten enorm zugenommen haben, u.a. durch Handy-Netze und WLAN, wurde der HF-dichte Steckverbinder der Rundfunk-Variante M 250 übernommen. Der alte Bajonett-Stecker des M 50, der ohnehin seit Jahrzehnten nicht mehr verfügbar ist, hätte in modernen Studioumgebungen keine ausreichende Störsicherheit gewährleistet.
Zum M 50 V Set gehört das neu entwickelte Netzteil NM V. Da die neue, sehr rauscharme Subminiaturröhre eine etwas höhere Heizspannung benötigt, sollte das M 50 V nicht mit historischen Netzteilen betrieben werden. Umgekehrt kann das NM V aber auch für alte M 50 Mikrofone verwendet werden. Eine Automatik sorgt dafür, dass stets die optimale Heizspannung für die verwendete Röhre bereitgestellt wird. Außerdem passt sich das NM V automatisch an die landestypische Netzspannung an. Dennoch handelt es sich nicht um ein modernes Schaltnetzteil, sondern um ein konventionelles lineares Netzteil – aus klanglichen Gründen!
Komplettiert wird das M 50 V Set durch die beliebte „Yoke“ Gabelhalterung. Sie hat das M 50 seit jeher besonders flexibel positionierbar gemacht und bildet zusammen mit dem Mikrofon eine ikonische Einheit. Gegenüber der historischen Gabelhalterung wurde die neue Version ergänzt um Elemente zur mechanischen Entkopplung des Mikrofons sowie einen Kabelhalter, um auch kabelgebundenen Körperschall zu unterdrücken.